80. Todestag von Marcel Callo: Ein Lebenszeugnis, das Vorbild und Auftrag ist

St. Georgen an der Gusen und die KZ-Gedenkstätte Mauthausen standen am 22. März 2025 im Zeichen von Marcel Callo: Am Vormittag gab es für Interessierte die Möglichkeit, an einer Führung mit Gusen-Experte Rudolf Haunschmied teilzunehmen. Am Nachmittag wurde bei einer internationalen Feier mit etwa 100 Gästen im „Haus der Erinnerung“ jenes französischen Jugendlichen gedacht, der vor 80 Jahren – am 19. März 1945 – im Außenlager Gusen II ermordet worden war. Marcel Callo kam am 6. Dezember 1921 in Rennes als Kind einer bretonischen Arbeiterfamilie zur Welt. Er erlernte den Beruf des Buchdruckers, engagierte sich bei den Pfadfindern und der Katholischen Arbeiterjugend. 1943 wurde er kurz vor der Verlobungsfeier zum Zwangsarbeitsdienst nach Deutschland rekrutiert. Aufgrund seiner katholischen Organisationsarbeit verhaftete ihn dort im April 1944 die Gestapo. Nach der Haft in Gotha und den KZs Flossenbürg und Mauthausen wurde das Lager Gusen II und die Stollenanlage „Bergkristall“ zum Leidensort Callos. Gemartert und völlig entkräftet, starb er 23-jährig am 19. März 1945 im „Sanitätslager“ von Mauthausen, wo seine Leiche anschließend verbrannt wurde.
Das Statement von Anna Wall Strasser zum Thema "Marcel Callo in der Katholischen Arbeitnehmer:innenbewegung heute" steht als Anhang zum download zur Verfügung.