KAB-Vorstandsmitglied Arno Niesner beschäftigt sich schon lange und intensiv mit dem Thema Demokratie. Wie sehr ist Demokratie heute gefährdet und wie können wir sie stärken? Zu diesem wichtigen Thema hat die KAB am 21. Mai zu einer Podiumsdiskussion in die Pfarre St. Andrä geladen.
Johann Zeiringer begrüßte im Namen der KAB die Teilnehmer an dieser Diskussion, die in den Pfarrsaal St. Andrä gekommen waren, Moderatorin Anna Steiner stellte die Teilnehmer:innen vor, die nach einem kurzen Eingangsstatement auf die Fragen des Publikums eingingen.
KA-Generalsekretärin Anna Hollwöger beantwortete die herausfordernde Frage, ob sich Kirche und Demokratie nicht ausschließen, so: „Glaubensinhalte sind vorgegeben, in vielen Bereichen haben wir aber viele Gestaltungsmöglichkeiten, wie wir den Glauben mit Leben füllen“.
"Magnifica humanitas" für Katholische Arbeitnehmer:innenbewegung Bestärkung im Einsatz für eine menschliche Arbeitswelt
Für die Katholische Arbeitnehmer:innenbewegung (KABÖ) stellt die Enzyklika "Magnifica humanitas" von Papst Leo eine Bestärkung im Einsatz für eine menschliche Arbeitswelt, besonders im KI-Bereich, dar. "Gewinnsucht und Reichtumsanhäufung auf dem Rücken ausgebeuteter Arbeiter:innen müssen kritisiert und verurteilt werden. Die Enzyklika ist eine Bestätigung der katholischen Soziallehre und stellt das Gemeinwohl an die erste Stelle", hieß es in einer Aussendung der KABÖ am Donnerstag.
Die KABÖ streicht in ihrer Stellungnahme speziell die Aussagen des Papstes zur Würde der Arbeit im digitalen Wandel hervor. Leo XIV. weise darauf hin, dass Automatisierung, Robotik und KI die Struktur der Arbeit in rasantem Tempo verändern. Er plädiere für eine Verlangsamung der Entwicklung, um die Handlungsfähigkeit der Beschäftigten zu erhalten. Gleichzeitig spreche er von der Gefahr vermehrter Arbeitslosigkeit, befürchtet einen Dominoeffekt, der Familie, junge Menschen und die Wirtschaft tiefgreifend beeinträchtigt.
Zugleich bringe der Papst aber auch seine Hoffnung zum Ausdruck, dass mittels dieser Technologien Menschen von beschwerlichen, monotonen oder gefährlichen Tätigkeiten entlastet werden. Jedoch müsse der Schutz der Arbeitsplätze und die unersetzliche Rolle des Menschen die allgemeine Regel bleiben. In diesem Wandel reicht es nicht aus, erst zu reagieren, wenn Arbeitsplätze verschwinden. Es sei notwendig, den Wandel im Voraus zu gestalten.
Als positiv hebt die KABÖ vor, dass es dem Papst um eine ganzheitliche menschliche Entwicklung von Innovation gehe, die nicht zu einer Ausgrenzung und zu Herrschaft führt. Wahrer Fortschritt werde an der unantastbaren Würde jedes Mannes und jeder Frau gemessen.
Ausgehend von ihrem eigenen Engagement, das in ihrer Heimatpfarre St. Johann ob Hohenburg begann, sich in der Pfarre Salvator fortsetzte und schließlich zur Leitungsfunktion der Katholischen Frauenbewegung sowohl in der Steiermark als auch auf Österreich-Ebene führte, betonte Lydia Lieskonig, wie wichtig und vielfältig die Möglichkeiten für Frauen sind, sich sowohl in Gesellschaft als auch in der Kirche zu engagieren. Besonders stolz ist sie darauf, wie kreativ viele Frauen im Rahmen der Aktion Familienfasttag auf die schwierige Zeit während der Corona-Pandemie reagiert haben, als keine persönlichen Kontakte möglich waren: es wurden neue Formen gefunden ("Suppe to go"), um auch in dieser schwierigen Zeit Spenden für Frauen in Asien oder Afrika zu sammeln, um wichtige Projekt unterstützen zu können.
Wichtig ist die Vernetzung von vielen Frauengruppen, da die Herausforderungen (unbezahlte Care-Arbeit, unterschiedlicher Lohn für gleiche Arbeit ...) oft nur gemeinsam verbessert werden können. Vor allem für junge Frauen ist die Doppelbelastung von Beruf und Familie oft sehr schwierig und hindert viele daran, sich ehrenamtlich zu engagieren. Umso mehr geschätzt werden muss daher das oft unbedankte Engagment vieler Frauen, die sich seit vielen Jahren in Pfarrgruppen für ein funktionierendes Miteinander einsetzen.
Am Freitag, den 1. Mai 2026 findet in der Pfarrkirche Gratkorn (10.00 Uhr) eine Heilige Messe anlässlich des „Tages der Arbeit“ statt. Unter dem Motto „Arbeit ist Mitarbeit an der Schöpfung Gottes“ zelebriert Seelsorgeraumleiter Pfarrer Ronald Ruthofer die Messe zum „Festtag des Hl. Josef des Arbeiters“. Gestaltet wird die Messe im Rahmen des Seelsorgeraum Schwerpunktes „Arbeitnehmer:innenseelsorge“ in Kooperation mit der Katholischen Arbeitnehmer:innenbewegung und dem diözesanen Fonds für Arbeit und Bildung.
Freitag, 1. Mai 2026 10.00 Uhr, Pfarrkirche Gratkorn
Widerspruch zu einem menschenrechts-verletzenden Konzept der Friedens-Sicherung durch bloße Androhung von Gewalt & Vernichtung kam auch beim kürzlichen KAB+Dialog im Andritzer Bezirksamt zur Sprache, zu dem Johannes Labner diesmal Dieter Kurz von "Pax Christi Steiermark" eingeladen hatte. Bei der Vorstellung dieser kirchlichen Friedensbewegung erinnerte Mag. Kurz u.a. auch an die beim letzten Weltfriedenstag von Papst Leo XIV. ausgesprochene Erwartung,"daß jede Diözese Bildungswege in Gewaltlosigkeit, Vermittlungsinitiatiaven bei lokalen Konflikten und Willkommensprojekte fördern kann, um die Angst vor dem Anderen in eine Gelegenheit zur Begegnung verwandeln".
Ein Zitat aus einer Pressemitteilung des Papstes aus dem Oktober 2025: "Ich lade die Menschheit dazu ein, die Logik von Gewalt und Krieg abzulehnen und einen authentischen, auf Liebe und Gerechtigkeit basierenden Frieden zu verwirklichen. Dieser Friede muss unbewaffnet sein, also nicht auf Angst, Drohungen oder Waffen basieren. Er muss entwaffnend sein, in der Lage, Konflikte zu lösen, Herzen zu öffnen und gegenseitiges Vertrauen und Empathie und Hoffnung zu schaffen ... Es reicht nicht, Frieden zu fordern; wir müssen ihn in einer Lebensweise verkörpern, die jede Form von Gewalt ablehnt, sei sie sichtbar oder systemisch."
Herzliche Einladung zur Veranstaltung "Demokratie stärken - jetzt!"
Impuls, Austausch und Diskussion
mit Mag. Anna Hollwöger, DI Barbara Sima-Ruml in Vertretung von Vizebürgermeisterin Judith Schwentner, Pascal Günsberg, BEd MEd
DO, 21. Mai, 17:00 – 18:30
Pfarrsaal St. Andrä, St.-Andräplatz 1, 8020 Graz
„Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus“, besagt Artikel I des österreichischen Bundesverfassungsgesetzes. Doch was heißt das in der Praxis? Welche Beteiligungsmöglichkeiten gibt es, und wie können wir sie wahrnehmen? Was wünschen wir uns von Politik, Religion oder Interessensvertretungen? Und welche Initiativen braucht es noch, damit wir demokratische Strukturen stärken können? Demokratie – das sind schließlich wir alle.
Moderation: Dr. Anna Steiner (Sonntagsblatt)
Die Veranstaltung ist kostenlos, um Voranmeldung wird gebeten unter: kab@graz-seckau.at, Tel.: 0676/8742-2326
Veranstaltet von: KAB Steiermark in Kooperation mit Katholische Jugend Steiermark
Im Anschluss laden wir zur Agape auf dem St. Andräplatz (bei Schönwetter)
Einblick in die Arbeit der diözesanen „Stabsstelle für Prävention von Missbrauch und Gewalt“ gab es kürzlich beim monatlich im Andritzer Bezirksamt veranstalteten KAB+Dialog: Dabei informierte die Theologin & Sexualpädagogin Mag.a Ingrid Lackner über diese, von der österreichischen Bischofskonferenz geschaffenen Einrichtung, die vorausschauend Fehlhaltungen im kirchlichen Bereich verhindern und den tatsächlich in der Vergangenheit betroffenen Opfern helfend zur Seite stehen will. Bei der anschließenden Diskussion wurde u.a. auch an die lebensfördernde Bewertung der Sexualität erinnert, wie sie auch im Konzilsdekret über „Die Kirche in der Welt von heute“ (GAUDIUM ET SPES) positiv zum Ausdruck kommt...
Prävention heißt hinschauen statt wegschauen, Grenzüberschreitungen aufzeigen, Betroffenen beistehen und sie unterstützen das Unrecht zu benennen und Hilfe zu holen.