Am Samstag, 17. Jänner fand im Arbeiterkammersaal in der Strauchergasse der KAB-Studientag statt. Gestaltet war dieser Studientag als gemütlicher Brunch anlässlich der 70-Jahr-Feier der KAB-Steiermark.
In den Impulsreferaten ging zunächst Leopold Neuhold auf die Entwicklung der Kirche zur Arbeit(erschaft) in den letzten Jahrzehnten ein. Dieses Verhältnis war ja nicht immer ganz ungetrübt, Neuhold wies einerseits auf die Probleme, aber auch auf die Errungenschaften hin und er dankte der KAB für ihr Bemühen, darauf hinzuweisen, dass nicht nur die Erwerbsarbeit gesehen werden darf (bei aller Bedeutung, die ihr zukommt), sondern auch die vielfältigen Tätigkeiten, die unentgeltlich geleistet werden und für das Funktionieren einer Gesellschaft wichtig sind.
Werner Anzenberger berichtete über die vielen Veränderungen der Arbeitsbedingungen in den letzen 70 Jahren, er sprach über Kollektivverträge und Veränderungen der Arbeitszeiten und vieles mehr. Vor allem betonte er, welcher Wohlstand in diesem Zeitraum erarbeitet wurde.
Monika Fuchs machte einen Ausblick in die Zukunft, die ja schon längst begonnen hat. Sie wies auf Veränderungen hin, die Digitalisierung und die Nutzung der künstlichen Intelligenz (wobei der Begriff KI eigentlich nicht richtig ist) die Arbeitswelt von heute und noch mehr von morgen prägen werden.
Anneliese Pieber moderierte die anschließende Diskussion, sie bedankte sich für die rege Teilnahme an diesem Studientag und sie wies auf einige kommende Veranstaltungen hin, zu der im heurigen Jubiläumsjahr die Mitglieder der KAB an verschiedenen Orten in der Steiermark eingeladen werden.
Das Miteinander von ehrenamtlichen Kräften und öffentlichen Einrichtungen bei der Absicherung eines sozialen Mindest-Status aller Bürger eines Staates gerade in Zeiten beschränkter Finanzmittel in Gemeinden und Ländern sei wertvolle Ergänzung des Sozialstaates: Dies betonte gestern die Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr bei einem weiteren KAB+Nachmittagsdialog, zu dem KAB-Vorstandsmitglied Johannes Labner ins Andritzer Bezirksamt eingeladen hatte. Mehr denn je gelte es, auf die vielschichtigen Bedürfnisse und Nöte der Menschen genauer hinzusehen und entsprechend zu handeln. Dies unabhängig von persönlichen, politischen oder religiösen Überzeugungen – so die Bürgermeisterin der zweitgrößten Landeshauptstadt in Österreich, die sich auch für mehr Toleranz und gegenseitige Aufmerksamkeit im mitmenschlichen Umgang aussprach.
Mit diesen hoffnungsvollen Zeilen möchten wir uns für die Unterstützung und Begleitung der KAB im vergangenen Jahr bedanken und wünschen von ganzem Herzen frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2026!
Sollten nicht Christen ihren Glauben und ihre Werthaltungen selbstbewußter in ihrem gesellschaftlichen Umfeld einladend verkünden und leben? Ausgehend von einer Diskussion über die Zukunft der weitgehend heute noch arbeitsfreien Sonn- und Feiertage mit dem „Antenne“-Theologen Mag. Walter Drexler wurde dieser Gedanke mehrfach beim letzten KAB+Nachmittagsdialog im Andritzer Bezirksamt ausgesprochen. Gewinnen wir wirklich ein mehr an Lebensqualität“, wenn der „Tag des Herrn“ dem Konsumrausch und grenzenloser Gewinnsucht geopfert wird...
Für eine eigenständige soziale Absicherung von Menschen mit Behinderung. Weil Inklusion kein Luxus ist, sondern ein Menschenrecht. Darauf machte das Armutsnetzwerk im Rahmen eines Pressegesprächs am 3. Dezember, dem Tag der Menschen mit Behinderungen, aufmerksam: „Behindert ist, wer behindert wird, und es wird Zeit die Hürden, die Menschen mit Behinderungen in den Weg gelegt werden, abzubauen“ so Barbara Bühler, stellvertretende Obfrau und Koordinatorin des Netzwerks aus über 30 Organisationen. Als ein konkretes Beispiel für eine dieser Hürden nannte Karl Immervoll, Bundesseelsorger der Katholischen Arbeitnehmer:innenbewegung Österreichs, die fehlende sozialrechtliche Absicherung von Menschen, die in Werkstätten oder Tagesstätten beschäftigt sind. „Für die Tätigkeit in einer Werkstätte oder Tagesstätte erhalten die Menschen einen Anerkennungsbeitrag, eine eigenständige sozialrechtliche Absicherung bleibt ihnen jedoch verwehrt“. Hier gelte es „Modelle zu entwickeln und umzusetzen, die eine eigenständige sozialrechtliche Absicherung möglich machen“ so Karl Immervoll. Den Bedarf an eigenständiger sozialrechtlicher Absicherung unterstrich auch Martin Hetzendorfer, der als Vater eines Sohnes mit Behinderung und Obmann des Vereins Zuversicht seine eigenen Erfahrungen einbrachte und darauf hinwies, dass von Eltern der in Tagesstätten/Behindertenwerkstätten Beschäftigten ein Kostenbeitrag durch Dritte, der so genannte Regress, nach wie vor zu leisten ist. „Während für anderen Bevölkerungsgruppen, beispielsweise Menschen in Pflegeheimen, der Regress abgeschafft wurde, wird im Fall der Behinderung trotz vielfältiger Interventionen in NÖ daran festgehalten. Das behindert Teilhabe und ist ein Zeichen fehlender Wertschätzung, sowohl im Hinblick auf die Leistung von Menschen mit Behinderungen als auch Ihrer Angehörigen“, so Hetzendorfer. Alle drei warnten vor geplanten Einsparungen im Bereich der beruflichen Inklusion, denn, so Bühler, Immervoll und Hetzendorfer: „Inklusion kostet Geld, aber Ausgrenzung kostet Zukunft“, und es brauche „stabile und verlässliche Angebote der beruflichen Inklusion und Modellprojekte für Menschen mit Behinderungen, die eine eigenständigen sozialrechtlichen Absicherung ermöglichen“, um das Menschenrecht auf Inklusion nicht nur auf dem Papier, sondern auch faktisch umzusetzen.
Referate von und Diskussion mit: Univ.-Prof. i. R. Dr. Wolfgang Benedek
ehem. Vorstand des Instituts für Völkerrecht und Internationale Beziehungen der Univ. Graz
Assoz.-Prof. Dr. jur. Yvonne Karimi-Schmidt
stv. Leiterin des Instituts für Völkerrecht und Internationale Beziehungen der Univ. Graz
Mag. Dr. Thomas Schmidinger
Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaften der Univ. Wien,
Associate Professor of Politics and International Relations at the University of Kurdistan, Erbil